Aktuelles
Insolvenzplan angenommen: Schimmel bleibt Familienunternehmen
Schimmel Pianos ist gerettet und blickt mit gesicherten Arbeitsplätzen optimistisch nach vorne. Die Gläubigerversammlung stimmte am 30.03.2010 dem vorgelegten Insolvenzplan zur Fortführung als Familienunternehmen zu.
„Wir blicken nun mit großer Zuversicht und voller Tatendrang auf die kommenden Jahre, denn dank des Vertrauens der Geschäftspartner und Gläubiger sowie weiterer Investitionen der Familie haben wir das Unternehmen wieder gesund und zukunftsfähig gemacht“, ist Hannes Schimmel-Vogel, Geschäftsführer der Wilhelm Schimmel Pianofortefabrik GmbH, sicher. Mit der Annahme des Insolvenzplanes durch die Gläubigerversammlung am 30. März 2010 ist der Weg frei für einen aussichtsreichen Neustart des Braunschweiger Klavier- und Flügelbauers.
“Wir haben in einem einzigartigen Kraftakt und im Schulterschluss mit den vielen Akteuren und vor allem mit unseren Mitarbeitern diese schwierige Situation gemeistert und starten auf wirtschaftlich gesunder Basis durch. Wir konzentrieren uns jetzt wieder auf unsere Leidenschaft, die besten Klaviere zu bauen“, freut sich Hannes Schimmel-Vogel. Ab Mai wird das Unternehmen dies mit einer Modelloffensive unterstreichen. Neben der klanglichen Weiterentwicklung der Instrumente werden neue Gestaltungselemente vorgestellt werden. Der Braunschweiger Klavierbauer ist zuletzt mit dem red dot award, dem Designpreis der Bundesrepublik Deutschland, und dem Good Design Award für das Klavier Schimmel Classic „C 116 Modern“ ausgezeichnet worden.
Kernstück der zukünftigen Strategie ist die konsequente Stärkung des Standortes Braunschweig durch ein Investitions- und Qualitätssteigerungsprogramm, das mit dem ehrgeizigen Namen „Beste Klavierfabrik der Welt“ die Messlatte hoch legt. Dieses Vorhaben wird flankiert durch einen Standortsicherungspakt mit den Mitarbeitern und eine Arbeitsplatzgarantie: „So binden wir alle Mitarbeiter von Beginn an mit ein und können beherzt an unseren ehrgeizigen Zielen arbeiten. Um dies zu unterstreichen, wird künftig auf jedem Klavier nicht nur „made in Germany“ stehen, sondern „made in Braunschweig / Germany“ – so tragen wir unseren Standort in die Welt“, erklärt Hannes Schimmel-Vogel.
Schimmel hatte im Sommer 2009 aufgrund der anhaltend negativen Auswirkungen der weltweiten Finanzkrise beim Amtsgericht Braunschweig Insolvenz beantragt. Ursache dafür war der gewaltige Umsatzeinbruch vor allem in den USA. Beim Planinsolvenzverfahren wird im Gegensatz zum Insolvenz-regelverfahren auf die planvolle Fortführung des Unternehmens gezielt, sofern eine vielversprechende Produkt- und Markenstrategie vorliegt. Dieses Verfahren ist für Schimmel mit der Annahme des Planes durch die Gläubigerversammlung am 30. März 2010 erfolgreich beendet worden.
Schimmel-Vogel:
„Schimmel ist der führende deutsche Premiumhersteller von Flügeln und Klavieren mit Hauptsitz in Braunschweig. Hier stellt das Traditionsunternehmen hochwertige Pianoforte-Instrumente her, deren Qualität hohes internationales Renommee besitzt. Als international tätiges Unternehmen realisiert Schimmel deutlich über die Hälfte des Umsatzes im Ausland. Deutschland bleibt weiterhin ein bedeutender Absatzmarkt. Mit 125 Mitarbeitern wird Schimmel 2010 rund 2.300 Klaviere und Flügel verkaufen.“
