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20.05.10

TV Castingshows für die Branche besser nutzen und Musikunterricht an Schulen erhalten

Der Kontrast konnte nicht größer sein, aber am Ende war man sich dann doch weitestgehend einig. Christian Höppner, Generalsekretär des Deutschen Musikrates, diskutierte mit Thomas M. Stein, früheres Jury-Mitglied der Castingshow „Deutschland sucht den Superstar“ (DSDS) und jetzt in der Show „Popstars“ von Pro7. Beide demonstrierten das gemeinsame Interesse, junge Menschen an das aktive Musizieren heranzuführen und damit die Faszination der Musik an die jüngere Generation weiterzugeben.

Das Foto zeigt die Vorsitzenden der Verbände, die im Dachverband DVMV organisiert sind mit den Diskutanten (v.li.): Ulrich Sauter (Vors. BDK), Gerhard Meinl (Vors. BDMH), Christian Höppner (Generalsek. Deutscher Musikrat), Burkhard Stein (Vors. BVK), Thomas M. Stein und Arthur Knopp (Präs. GDM und Vors. DVMV)

Das Foto zeigt die Vorsitzenden der Verbände, die im Dachverband DVMV organisiert sind mit den Diskutanten (v.li.): Ulrich Sauter (Vors. BDK), Gerhard Meinl (Vors. BDMH), Christian Höppner (Generalsek. Deutscher Musikrat), Burkhard Stein (Vors. BVK), Thomas M. Stein und Arthur Knopp (Präs. GDM und Vors. DVMV)

Alles andere war jedoch in der Diskussion, die vom Dachverband Musikwirtschaft DVMV im Rahmen des Branchentreffs in Braunschweig präsentiert wurde, umstritten. Während Stein an die Musikinstrumentenhersteller appellierte, das Marketing zu nutzen und das Umfeld der Castingshows für die Gewinnung neuer Käuferkreise zu erschließen, warnte Höppner davor, die jungen Menschen in den Castingshows allein zu lassen. Man müsse verhindern, dass Tausende von Jungen und Mädchen durch ihre „Niederlage“ in DSDS das Musizieren für die Zukunft ganz ignorieren. Der Deutsche Musikrat habe zahlreiche Initiativen ins Leben gerufen, um das aktive Musizieren in den Mittelpunkt der Freizeitbeschäftigung zu stellen. So gebe es seit Jahrzehnten die sehr erfolgreiche Veranstaltungsreihe „Jugend musiziert“, bei der es im Gegensatz zu DSDS keine Verlierer, sondern nur Gewinner gebe und alle Teilnehmer nachhaltig betreut würden. Oder den „Tag der Musik“ mit Tausenden von Veranstaltungen, die zeigten, wie groß das Interesse am eigenen Musizieren sei. Hier leisteten die über 1.000 Musikschulen in Deutschland und der Musikfachhandel eine sehr erfolgreiche Arbeit, so Höppner.

Thomas M. Stein erklärte, dass Castingshows eine ideale Plattform für musikaffine Jugendliche böten. Schließlich verfolgten bis zu zehn Millionen Zuschauer DSDS. Die Jugendlichen erlebten in einem Wettbewerb, wie hart das Showbusiness sei und könnten ihre falschen Träume gleich begraben. Hier relativiere DSDS in einer knallharten, aber doch objektiven Form die Chancen im Musikgeschäft. Stein: „Jeder, der bei den Castingshows mit macht, weiß, was ihn erwartet und will auch erfahren, wie man seine Musikambitionen einschätzt. Darum nehmen so viele daran teil.“

Einigkeit bestand bei beiden jedoch darüber, dass der Musikunterricht an allgemeinbildenden Schulen entgegen der momentanen Tendenz nicht gekürzt oder gar eingestellt werden dürfe und dass die grundlegende Musikerziehung bereits im jungen Kindesalter erfolgen müsse.

Eine Rolle spielte bei der Diskussion mit dem Publikum auch die Nachfrage bei Konsolen mit Musikspielen wie z.B. „Guitar Hero“ und „Singstar“. Hier unterstrich Frank Steinbrecher, Präsidiumsmitglied des GDM, in der Diskussion, dass die Händler damit neue Käuferkreise erreichen könnten. Höppner warnte davor, diese Spiele kritiklos den jungen Menschen zu überlassen. Man müsse prüfen, ob sie auch pädagogisch zu verantworten seien. Höppner gab den jungen Menschen, die Musiker oder Sänger werden wollen, mit auf den Weg: „Ich rate jedem Jugendlichen, sich selbst zu fragen, ob es nicht auch andere Berufsmöglichkeiten gibt und wie wichtig ihm der angestrebte Beruf ist und ob er für seinen Berufswunsch brennt.“


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